Du betrachtest gerade Pressemitteilung 03.06.2026

Pressemitteilung 03.06.2026

Die letzte Sitzung des Zweckverbands InterFranken in alter Verbandsratsbesetzung am 29.04.2026 brachte keine neuen Erkenntnisse. Warum diese Zusammenkunft dennoch stattfand, obwohl kurz darauf fünf neue Bürgermeister sowie zahlreiche neue Stadt- und Gemeinderatsmitglieder in den beteiligten Kommunen die politische Verantwortung übernahmen, kann nur damit erklärt werden, dass vor dem möglichen Entstehen neuer Mehrheiten und kritischer Nachfragen noch Fakten geschaffen werden sollten.

In der Sitzung wurde ein Vertragsentwurf mit Rahmenbedingungen für einen möglichen Investor festgelegt. Dabei behält sich der Zweckverband weitreichende Mitspracherechte vor. Fraglich bleibt, ob sich ein Investor auf ein Konstrukt einlassen wird, bei dem er die finanziellen Risiken und Lasten trägt, während wesentliche Entscheidungen weiterhin von Dritten beeinflusst werden.

Allein Verbandsrat Bernd Glasauer sprach während der Sitzung die zahlreichen ungeklärten Grundlagen des Vorhabens offen an. Er wies darauf hin, dass wesentliche Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts nach wie vor fehlen.

So existiert bis heute keine Autobahnausfahrt. Deren Realisierbarkeit ist weiterhin ungeklärt. Selbst im Falle einer Genehmigung bleiben erhebliche Fragen hinsichtlich des nachgeordneten Straßennetzes offen. Dies betrifft insbesondere die AN4neu, deren ruhend gestelltes Verfahren noch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München anhängig ist. Darüber hinaus setzt die Umsetzung der AN4neu die Verlegung des Bräuning-Bachs voraus. Das hierzu laufende Verfahren liegt derzeit beim Verwaltungsgericht Ansbach.

Vor diesem Hintergrund drängt sich der Eindruck auf, dass selbst die Verantwortlichen des Zweckverbands nicht mehr uneingeschränkt an einen Erfolg des bereits im Jahr 2012 eingereichten Bebauungsplans 3 glauben. Bis heute hat dieser zu keiner abschließenden und belastbaren Entscheidung geführt.

Auch nach den inzwischen erfolgten konstituierenden Sitzungen der Stadt- und Gemeinderäte sind allerdings kaum neue Impulse für das InterFranken-Projekt zu erwarten. In den meisten beteiligten Kommunen kehren die bisherigen Verbandsräte in das Gremium zurück. Damit bleiben weitgehend jene Personen in Verantwortung, die die Entwicklung des Projekts in den vergangenen Jahren geprägt haben und die für das bisherige Debakel Verantwortung tragen.

Besonders bemerkenswert ist dabei das Ausscheiden von Bernd Glasauer (Schnelldorf). Mit ihm verlässt die einzige regelmäßig kritisch auftretende Stimme das Gremium. Eine sachliche und öffentliche Auseinandersetzung mit den Risiken, Kosten und offenen Fragen des Projekts dürfte damit künftig noch seltener werden.

Als Beispiel für diese Kontinuität gilt die Stadt Feuchtwangen. Dort kehren nach umstrittenen Wahlwiederholungen erneut jene Verbandsräte in das InterFranken-Gremium zurück, die die bisherige Entwicklung des Projekts maßgeblich mitverantwortet haben. Kritiker werfen ihnen vor, die wirtschaftlichen Fehlschläge der vergangenen Jahre mitgetragen zu haben, ohne sich ausreichend mit den Anliegen der unmittelbar betroffenen Bürgerinnen und Bürger im Wörnitzgrund auseinanderzusetzen.

Die Hoffnung richtet sich daher zunehmend auf die neu gewählten Bürgermeister der Mitgliedskommunen. Sie verfügen über erheblichen Einfluss im Bürgermeisterausschuss des Zweckverbands. Dort besteht die Möglichkeit, die bisherigen Annahmen und Zielsetzungen des Projekts einer nüchternen und realistischen Neubewertung zu unterziehen.

Angesichts der angespannten Haushaltslagen von Kommunen, Land und Bund wäre eine solche Neubewertung mehr als überfällig. Sämtliche weiteren Planungen sollten einer transparenten Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden. Eine solche Betrachtung dürfte offenlegen, welche finanziellen Aufwendungen in den vergangenen Jahrzehnten bereits in das Projekt geflossen sind und welche Erfolgsaussichten tatsächlich noch bestehen.

Nur wenn die Verantwortlichen den Mut zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme aufbringen, kann im Wörnitzgrund der Weg für eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige und bürgerorientierte Entwicklung geöffnet werden.